Alice-Recoque-Supercomputer soll Europas KI und wissenschaftliche Forschung stärken
Europa macht im Wettlauf um Supercomputing-Power einen weiteren großen Schritt. Mit Alice Recoque entsteht ein neues Exascale-System, das die Zukunft des Hochleistungsrechnens auf dem gesamten Kontinent prägt. Obwohl es in Frankreich steht, reicht seine Bedeutung weit über die Landesgrenzen hinaus und ist auch für Deutschland von zentraler Relevanz.
Deutsche Forschungszentren bereiten sich bereits auf einen intensiveren Zugriff auf gemeinsame europäische Rechenressourcen vor. Das System wird Großprojekte in Bereichen wie Klimaforschung, fortschrittliche Fertigung und medizinische Datenanalyse unterstützen. Solcher Zugang stärkt die nationalen Bemühungen, in Wissenschaft und Industrie wettbewerbsfähig zu bleiben.
Ein Blick ins europäische Exascale-Herz
Alice Recoque wird zu den leistungsstärksten Maschinen gehören, die Europa je gebaut hat. Die Performance liegt bei mehr als einer Quintillion Berechnungen pro Sekunde. Dieses Tempo verschiebt die Grenzen dessen, was in der Praxis möglich ist. Im Zentrum arbeiten AMD-Venice-Prozessoren mit 256 Kernen sowie fortschrittliche AMD-MI430x-GPUs. Europäische SiPearl-RHEA2-ARM-Prozessoren ergänzen die Architektur. Alle Komponenten laufen auf Evidens Sequana-XH3500-Plattform und sind über das Bull-BXI-v3-Netzwerk für schnellen Datenaustausch verbunden.
Die Unterstützung moderner KI-Formate wie FP4 und FP8 ermöglicht es, komplexere Modelle schneller zu trainieren. Das ist besonders relevant für deutsche Teams, die an smarter Mobilität, Energiewende und automatisierten Industriesystemen arbeiten. Auch Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle: Direkte Flüssigkühlung senkt den Stromverbrauch und erhöht die Effizienz. Der Energiebedarf pro GPU soll deutlich sinken.
Antrieb für Europas gemeinsame KI-Wachstumsstrategie
Alice Recoque bildet das Rückgrat des wachsenden AI-Factory-Netzwerks in Europa. Start-ups und KMU erhalten damit Zugriff auf Rechenleistung, die bislang nur globalen Großkonzernen vorbehalten war. Das gleicht die Wettbewerbsbedingungen aus und fördert lokale Innovation.
Die Installation startet 2026 im TGCC-Zentrum des CEA. Die Gesamtinvestition beträgt 354,8 Millionen Euro und wird gemeinsam von EuroHPC JU und den Partnerländern getragen.
Intensivere Zusammenarbeit prägt inzwischen Europas Computing-Strategie. Neue Kapazitäten ermöglichen schnellere Erkenntnisse und klügere Entwicklungen. Die Dynamik wächst weiter, wenn wissenschaftlicher Ehrgeiz auf leistungsfähige Technologie trifft.