Wie IBMs Quantendurchbruch auf AMD-Chips Deutschlands Forschungslabore stärken könnte
Das Quantencomputing hat in dieser Woche einen großen Sprung gemacht: IBM meldete einen Durchbruch, der die Bauweise der nächsten Supercomputer-Generation verändern könnte. Am 24. Oktober 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass es einen Echtzeit-Algorithmus zur Quanten-Fehlerkorrektur auf handelsüblichen AMD-Chips ausgeführt hat – und damit sein für 2029 geplantes Quantensystem „Starling“ ein Jahr früher als vorgesehen vorangebracht hat.
Im Zentrum des Experiments steht die Herausforderung der Quanten-Fehlerkorrektur – also der Prozess, der die empfindlichen Qubits lange genug stabil hält, um sinnvolle Berechnungen durchzuführen. IBMs Algorithmus erkannte und korrigierte diese Fehler in Echtzeit.
Erreicht wurde das mit AMDs handelsüblichen Field-Programmable Gate Arrays (FPGAs), Hardware, die in Rechenzentren weit verbreitet ist. Der Test lief zehnmal schneller als erforderlich und deutet darauf hin, dass teure, maßgeschneiderte Steuereinheiten für Quantencomputer bald durch günstige Standardkomponenten ersetzt werden können.
IBM–AMD-Allianz nimmt Fahrt auf
Der Erfolg ist Teil der wachsenden Allianz zwischen IBM und AMD, die im August 2025 gegründet wurde, um „quantenzentriertes Supercomputing“ zu entwickeln. Die Zusammenarbeit verbindet IBMs Quantenforschung mit AMDs Know-how bei CPUs, GPUs und FPGAs und treibt hybride Systeme voran, die Quantenlogik mit klassischer Rechenleistung kombinieren.
Die IBM-Aktie sprang um 8,2 Prozent auf 308,32 US-Dollar (265 Euro), AMD kletterte auf 253 US-Dollar (218 Euro). Analysten sehen darin eine Stärkung von IBMs Position im globalen Wettlauf gegen Google, Microsoft und Amazon, die alle auf unterschiedlichen Hardware- und Algorithmuspfaden zu skalierbaren, fehlertoleranten Quantenmaschinen unterwegs sind.
Deutschland entwickelt sich zu einem zentralen Standort für Quantenforschung. IBMs Einsatz günstiger AMD-Chips könnte es hiesigen Laboren und Start-ups ermöglichen, fortgeschrittene Systeme ohne teure Spezialhardware zu testen. Der Durchbruch zeigt, dass praktisches Quantencomputing mit geringeren Kosten, höherer Geschwindigkeit und guter Skalierbarkeit alltagstauglicher wird.